Pedal Kickback ist eines dieser Phänomene, das fast jeder Fahrer eines Fully irgendwann einmal spürt, aber nur wenige können es richtig erklären. Du nimmst es als eine kleine Rückwärtsbewegung der Pedale wahr, wenn das Fahrrad ein Hindernis trifft oder die Hinterradfederung schnell komprimiert wird.
Es ist kein Defekt, kein Einstellungsproblem und auch nichts, was "repariert werden muss". Es ist einfach das Ergebnis der Art und Weise, wie Federung, Antrieb und Geometrie des Rahmens miteinander verbunden sind.
Der Unterschied zwischen Fahrrädern ist nicht, ob sie Pedal Kickback haben oder nicht, sondern wie stark du es spürst.
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Wie du schnell überprüfst, ob du es hast
Der einfachste Test erfordert kein Treten.
Stelle das Fahrrad auf den Boden und komprimiere die Hinterradfederung, indem du auf den Sattel drückst. Wenn sich die Pedale rückwärts bewegen, wird der Antrieb vom Pedal Kickback beeinflusst.
In Wirklichkeit wirst du es deutlicher spüren:
auf großen Ritzeln
bei niedriger Geschwindigkeit
bei plötzlichen Stößen (Wurzeln, Steine, Stufen)
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Warum Pedal Kickback auftritt
Alles beginnt mit einem einzigen Phänomen: der Kettenverlängerung.
Wenn die Federung komprimiert wird, verändert sich der Abstand zwischen dem Tretlager und der Hinterachse. Bei vielen modernen Rahmen vergrößert sich dieser Abstand.
Die Kette kann sich nicht dehnen. Wenn sie gezwungen wird, diese Verlängerung auszugleichen, wird die Spannung ins System zurückgeführt und dreht das Zahnrad in die entgegengesetzte Richtung.
Hier kommt das Anti-Squat ins Spiel – dieser Parameter, der das Fahrrad beim Treten effizient macht und das Wippen der Federung verhindert. Das Problem ist, dass derselbe Effekt in bestimmten Phasen des Federwegs Spannung in die Kette einführt.
Die Geometrie des Rahmens und die Position der Drehpunkte entscheiden, wie viel von diesem Effekt tatsächlich in die Pedale gelangt.
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Wie die Industrie das Problem löst
Es gibt nicht die eine Lösung. Es gibt vier völlig unterschiedliche Ansätze, die das Problem aus verschiedenen Punkten des Systems angehen.
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1. Die Rahmenarchitektur – die Basis des gesamten Systems
Hier kommen alle modernen Fullys ins Spiel.
Marken wie Specialized, Trek, Santa Cruz, Pivot Cycles oder Transition Bikes verwenden unterschiedliche Federungsarchitekturen, um das Verhalten der Kette zu kontrollieren.
DW-Link, VPP, Horst Link oder ABP sind keine Lösungen zur Beseitigung des Pedal Kickbacks, sondern Kompromisssysteme zwischen:
Effizienz beim Treten
Empfindlichkeit der Federung
Kettenvariation bei Kompression
Die einfache Wahrheit: Niemand entfernt es aus dem Rahmen, man kontrolliert es nur.
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2. High Pivot + Idler – der moderne DH-Bereich
Der zweite Ansatz kommt aus dem modernen Downhill und verändert die Geometrie der Federung komplett.

In einem High-Pivot-System ist der Hauptdrehpunkt signifikant erhöht. Das lässt das Hinterrad bei Kompression weit nach hinten bewegen, was dem Fahrrad hilft, Hindernisse bei hoher Geschwindigkeit zu "verschlucken".
Das Problem ist, dass diese Trajektorie eine massive Kettenverlängerung erzeugt. Ohne Korrektur wäre das Fahrrad unmöglich zu treten.
Deshalb kommt der Idler ins Spiel – ein zusätzliches Rädchen, das den Verlauf der Kette neu definiert und sie in einer kontrollierten Linie um den Drehpunkt hält.
Hier kommt e*thirteen ins Spiel, das Idler, Kettenführungen und Bashguards produziert, die für das Funktionieren dieser Systeme unerlässlich sind. Der Idler kontrolliert die Kettenabweichung, die Führung stabilisiert den Antrieb unter Last, und der Bashguard schützt die Komponenten bei Stößen.
Marken, die diese Architektur verwenden, sind Commencal, Forbidden Bike Company, Deviate Cycles, Norco und GT Bicycles.
Der Vorteil ist klar: enormer Grip und Stabilität bei hoher Geschwindigkeit. Der Nachteil ist die mechanische Komplexität, der Lärm und eine kleine Einbuße an Effizienz beim Treten.
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3. Entkopplung auf Zahnrad-Ebene – Ochain und Rimpact
Hier betreten wir den Bereich von Upgrades, die an deinem Fahrrad montiert werden können, ohne den Rahmen zu wechseln.
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Ochain
Ochain ist ein Mechanismus, der zwischen dem Kurbelarm und dem Blatt montiert wird und eine unabhängige kontrollierte Rotation des Blattes ermöglicht.
Cremt die Federung und tritt die Kettenverlängerung auf, kann sich das Blatt einige Grad drehen und die Bewegung absorbieren, anstatt dass die Spannung direkt in die Pedale übertragen wird.


Ochain Modelle
Ochain S
MTB & e-MTB
Verstellung: 0°, 4°, 6°, 9°, 12°
Aluminium 7075 T6
~160 g
BCD 104 mm
~385 €
Ochain R
Variante für Standard-Kurbeln
derselbe Preisbereich (~385 €)
Fokus auf schnelle Einstellung und Enduro-Nutzung
Echte Kompatibilität
Kurbeln:
SRAM 3-bolt / 8-bolt
Shimano XT / XTR
Race Face Cinch
E-Bike:
Bosch 52 / 55
Brose
Specialized Levo Systeme
👉 Wichtig: Ochain ist kein "klassisches externes Produkt" mehr. Ab 2025,wurde es in das SRAM-Ökosystem integriert, was es für OEM und moderne Upgrades viel relevanter macht.
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Rimpact
Rimpact verfolgt eine andere Logik: anstatt eine freie Rotation zuzulassen, verwendet es eine interne Feder, die die durch die Kette übertragene Energie absorbiert, zu einem Preis von 190 Pfund.


Das Ergebnis ist ein stabilerer Antrieb, weniger Vibrationen und weniger Kettenklappern, aber mit einem steiferen Gefühl als Ochain.
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Der echte Unterschied
Ochain = kontrollierte Freiheit des Blattes
Rimpact = progressive Dämpfung der Energie
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4. Lösungen im Nabenbereich – DT Swiss vs e*thirteen
Hier wird der Unterschied zwischen den Philosophien am deutlichsten.
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e*thirteen Sidekick
Sidekick verändert die Architektur des Freilaufs komplett.

Im Leerlauf:
Die Freilaufkörper sind zurückgezogen
Das Rad ist vollständig vom Antrieb entkoppelt
Das Ergebnis ist ein sehr freies Fahren, das vollständig von der Kette isoliert ist.
Einstellungen:
12°
15°
18°
Preis:
~450–500€ Nabe
1000€+ Laufradsatz
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DT Swiss Ratchet / DEG / DF
DT Swiss entkoppelt das System nicht, sondern kontrolliert, wie die Energie übertragen wird.

Systeme:
Ratchet (EXP / klassisch)
DEG (DH-Einbindungsgeometrie)
DF-Technologie (Dämpfung Freilauf)
DF führt ein kontrolliertes Dämpfungsverhalten in der Engagement-Phase ein, wodurch die Stöße, die in die Kette übertragen werden, reduziert werden.
👉 Die Idee ist nicht, den Pedal Kickback zu eliminieren, sondern ihn zu filtern.
Preis:
200–450€ Nabe
800–1500€ Laufradsatz
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Der echte Unterschied zwischen ihnen
Sidekick = vollständige Entkopplung im Leerlauf
DT Swiss = Kontrolle und Filterung, ohne den mechanischen Kontakt zu verlieren
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Wenn du ein Commencal High Pivot hast – lohnt sich Ochain?
Bei einem Commencal High Pivot ist ein großer Teil des Pedal Kickbacks bereits durch das Design gelöst.
Du hast bereits:
Idler
optimierte Geometrie
strukturell kontrollierte Kettenverlängerung
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Es lohnt sich, wenn:
du ein isolierteres Gefühl in den Pedalen möchtest
du technisches Enduro fährst
du empfindlich auf Feedback im Antrieb reagierst
Es lohnt sich nicht, wenn:
du das Fahrrad im reinen DH verwendest
du mit dem aktuellen Gefühl zufrieden bist
du maximale Einfachheit möchtest
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Urteil
Bei einem modernen High Pivot:
Ochain ist ein Feintuning-Upgrade, keine große Veränderung
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Fazit
Pedal Kickback hat keine einzige Lösung, weil es nicht nur eine Ursache hat.
Deshalb geht jedes System auf dem Markt das Problem aus einem anderen Punkt an:
Der Rahmen kontrolliert es durch das Design
High Pivot verändert die Geometrie der Federung komplett
Ochain und Rimpact greifen in den Antrieb ein
DT Swiss und e*thirteen kontrollieren das Verhalten in der Nabe
Die echte Wahl geht nicht um "die beste Technologie", sondern darum, wo du im System eingreifen möchtest und wie sehr du das Verhalten des Fahrrads im Vergleich zu seinem ursprünglichen Design ändern möchtest.
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